Seifen: Die Herstellung von Seifen fing schon vor der Corona-Krise an. Genauer gesagt im Januar 2020 stellte ich meine ersten Seifen her. Corona war schon ein Thema, aber noch sehr weit weg von Europa. Zu dem Zeitpunkt dachte, nicht nur ich, das Thema betrifft mich nicht. Corona wird die Schweiz nicht treffen.
Aufgrund Hautunverträglichkeiten bzw. Unwohlsein nach dem Benutzen von Hygienemitteln, die stark parfümiert sind und wer weiss was sonst noch da drin ist, hatte ich das starke Bedürfnis nach back to the roots. Ich hatte mit Mitte zwanzig ein dickes Buch voller Rezepte über Naturkosmetik. Leider ist es in meinem Kellerfundus nicht mehr auffindbar. So viele Umzüge fanden in den letzten Jahren statt.
Ich kaufte mir deshalb neue Bücher.
Auch auf Pinterest habe ich viel gefunden. Erstaunt war ich, dass nur wenige Stoffe nötig sind um ein vollwertiges Produkt zur Hygienereinigung von Nöten sind.
Prinzipiell ist die Herstellung von Kerzen sehr ähnlich dem der Seifen. Das Grundmaterial (Wachs oder Seife) wird geschmolzen, das dauert etwas, denn die Temperatur darf nicht zu hoch sein. Ein Laserthermometer ist hier die einfachste Mess-Methode.
Zusatzstoffe können dann, sobald es zähflüssig ist dazu gegeben werden. Bei Seifen sind dies ätherisches Öl für den Duft, Blüten für die Optik und den Duft. Lebensmittelfarben für eine spannende Optik oder sogar bestimmte Nahrungsmittel. Meine Haferflocken-Seifen sind gut gelungen. Haferflocken, natürlich ohne weitere Zusatzstoffe wie zB. Zucker, sind gut für die Haut. Beruhigend und heilend. Oder auch Kaffeesatz. Kaffeesatz ist ein Allrounder. Nicht nur als Zusatz in Seifen oder anderen Körperpflegemitteln wie zB. Duschpeeling, sondern auch als Geruchstilger in der Mülltonne, als Dünger im Garten. Ist nicht jetzt die Zeit dafür optimal, um wieder ein Stück zurück zu rudern, sich darauf zu besinnen, was eigentlich wirklich gebraucht wird?
In früheren Generationen hat es auch viel weniger gebraucht. Gut, nach den Weltkriegen gab es natürlich auch nichts. Aber allein in meiner Generation lebten wir einfacher, spielten schon als Kinder nur draussen, auch wenn es regnete. Ich habe so schöne Erinnerungen an das Bächle im Wald. Den Imker mit seinen Bienenstöcken. Die Schlittenbahn. Die grosse Wiese zum Drachen steigen lassen. Zum Verabreden nutzten wir Telefonzellen oder das Festnetz, super war es, wenn das Telefonkabel so lang war, dass man mit dem Apparat in sein Zimmer gehen und die Türe schliessen konnte. Oder wir gingen uns einfach besuchen.
Zugegeben, ich geniesse auch das Vorhandensein des Handys und komisch ist es, ohne aus dem Haus zu gehen. Es ist auch super, dass wir uns in dieser momentanen schweren Zeit trotzdem sehen und sprechen können. Virtuelle Umarmungen besser als die totale Einsamkeit. Jede Medaille hat zwei Seiten.
Trotzdem hat die gute alte Zeit ihre Berechtigung, um vielleicht wieder etwas aus der Mottenkiste zu holen. Zu entstauben und neu zu würdigen, sich daran zu erfreuen.
Oh, nein, lach, ich war doch bei der Herstellung von Seifen. In einem weiteren Blog beschreibe ich die Herstellung und ein einfaches Seifenrezept.
